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Spruch des Moments

Partei Die Linke fordern gesetzlichen Stopp von Stromsperren -> völliger Unsinn!

Drehstromzähler / by Tim Reckmann / pixelio.de

Drehstromzähler / by Tim Reckmann / pixelio.de

Die Partei “Die Linken” fordern auf ihrer Webseite einen gesetzlichen Stopp von Stromsperren. Aus meiner Sicht völliger Blödsinn!

 

Ich arbeite nun seit einigen Jahren in der Kundenbetreuung diverser Energieversorger und muss sagen: gesetzlich Sperrungen zu verbieten ist der völlig falsche Weg. Im Strompreis stecken heute ca. 55 % gesetzliche / staatliche Abgaben, heißt der Staat verdient hier bei jeder Kilowattstunde richtig gut mit. Hier muss eine Sperre der staatlichen Abgabenerhöhungen her!

Es ist mir völlig klar, dass Strom für viele Menschen zum Luxusgut geworden ist und weiter wird – JA … aber: die staatlichen bzw. gesetzlichen Abgaben müssen hier rapide gesenkt werden, damit es nicht noch teurer wird.

Zudem hat jeder Bundesbürger beim Haushaltsstrom freies Wahlrecht beim Lieferanten. Jeder kann hier Preise und Konditionen vergleichen und seinen Anbieter auswählen. Durch ständige Kontrolle seines Verbrauches, mehrfach im Jahr seinen Abschlag kontrollieren lassen und durch geschickte Wahl seines Stromtarifes, kann man einiges einsparen.

Wer natürlich nicht mit Geld umgehen kann, einen imens hohen Verbrauch hat, seine Abschläge und Rechnungen nicht oder nur mit äußester Verspätung zahlt, darf sich über Mahn- und Inkassogebühren bzw. über Sperrkosten nicht wundern!

Ich habe den Satz bewusst fett geschrieben, da leider genau das ein großes Thema ist. Es werden Unsummen für neuste Handys, übergroße Flachbildschirme oder das beste Auto oder dne Zweitwagen ausgegeben … Statussymbole, die sein müssen … aber für die wirklichen wichtigen Kosten wie Miete oder Energie bleibt dann kaum etwas übrig; ok … Miete wird dann noch gezahlt … aber beim Strom & Gas hört es dann auf.

Als ich mit meiner Frau in unsere jetzige Wohnung gezogen bin, da haben wir bei der Wohnungssuche automatisch alle Wohnungen mit Wärmespeicher-Heizungen sofort ignoriert. Der Grund liegt in den Kosten: Wer beim Wärmespeicher seinen Verbrauch nicht im Blick hat, verrent sich schnell und zahlt langes Geld. In meinen Augen ist das Heizen mit Wärmespeicher absolut nicht mehr zeitgemäß. Gas oder Fernwärme sind hier die besten Heizenergien.

 

Regelmäßie Zählerstandskontrolle

Nicht umsonst kontrolliere ich einmal monatlich unseren Stromverbrauch, notiere mir den Verbrauch und vergleiche. Zudem habe ich einen soliden Energieanbieter mit einem Preis inkl. Preisgarantie. Preisgarantie heißt jedoch immer, dass hier die Anteile von gesetzlichen und steuerlichen Abgaben außen vor sind.

Wie könnte eine Zählerstandskontrolle aussehen – ein fiktives Beispiel:

Ablesedatum: Zählerstand in kWh: Verbrauch in kWh: Info:
31.12.2013 14125
31.01.2014 14290 165
28.02.2014 14448 158
31.03.2014 14608 160
30.04.2014 14928 320 zu hoher Verbrauch!!!
31.05.2014 15083 155
30.06.2014 15245 162
31.07.2014 15646 401 viel zu hoher Verbrauch !!!
31.08.2014 15748 102 Verbrauch ok, da 2 Wochen Urlaub
30.09.2014 15903 155
31.10.2014 16055 152
30.11.2014 16345 290 zu hoher Verbrauch
31.12.2014 16505 160
2380 Jahresverbrauch

 

Ich habe bewußt drei Monate mit zu hohem Verbrauch eingebaut. Mit Hilfe einer solchen Tabelle erkennt man schnell, ob man von Durschnittsverbrauch – hier ca. 160 kWh im Monat – abweicht oder ob man im Normbereich liegt. Sobald einem dieses auffällt, sollte man schnell reagieren und forschen: Was war los? Ist ggf. ein Elektrogerät defekt? Gab es Trocknungsmaßnahmen nach einem Wasserschaden? Zapft ggf. der Nachbar unseren Strom an (Thema Stromdiebstahl)? Eine solche einfache Tabelle kann hier Klarheit schaffen, so dass man schnell reagieren kann.

 

Mein Tipp: Abschlagsanpassung

Mein Tipp daher: regelmäßig – z.B. alle drei bis vier Monate bei seinem Energieanbieter den Abschlag neu berechnen lassen, ob man mit seinen Zahlungen noch im Soll liegt. Fast jeder Anbieter – zumindest sehr viele Anbieter in der Branche – arbeiten mit der für Energieanbieter angepaßten SAP-Lösung – SAP for Utilities (siehe Info auf Wikipedia – SAP for Utilities). Mit dieser Branchenlösung kann man sehr schnell und sehr zuverlässig seinen Abschlag neu berechnen lassen. Je mehr Zählerstände vorliegen, desto genauer kann das System den Abschlag neu berechnen.

 

Mein Tipp: Regelmäßig Zählerstände hinterlegen

Einmal monatlich notiere ich nicht nur für meine Selbstkontrolle den Zählerstand, sondern hinterlege diesen auch bei meinem Energieanbieter. Warum? Zum einen kann der Anbieter dann sehr genau meinen Optimalabschlag berechnen, auf der anderen Seite muss bei mir kein Zählerstand für eine Jahresrechnung geschätzt werden (Schätzungen können für den Energiekunden positiv wie auch negativ ausfallen) und zum Dritten kann bei Preisänderungen, die z.B. aufgrund gesetzlicher/staatlicher Änderungen anfallen, mein Verbrauch genau abgerechnet werden. Wenn es z.B. eine Preisänderung zum 01.01. eines Jahres gibt, kann mein Verbrauch 100% genau bis zum 31.12. mit dem alten Preis berechnet werden, und dann der Nachfolgeverbrauch ab 01.01. des Folgejahres – genauer geht’s nicht.

 

Mein Tipp: Nachmessen, wo der Stromfresser im Haushalt sitzt

Wenn man sich eine stetige Verbrauchssteigerung von Strom nicht erklären kann, dann sollte man sich im nächsten Elektrohandel ein Strommessgerät besorgen – oder sich ausleihen. Damit kann man dann z.B. nachmessen, wieviel Strom der Kühlschrank, das Aquarium, der Computer etc. verbraucht. Diese Angaben kann man dann mit den jeweiligen Herrstellerangaben vergleichen und oft findet man dann seinen Stromfresser. Dann sollte man sich überlegen: Gerät austauschen oder reparieren lassen. Gerade bei Kühl- oder Gefrierschränken gilt die Faustformel: Geräte, die älter als sechs bis sieben Jahre alt sind, gelten als wahre Stromfresser. Besonders beliebt sind auch Durchlauferhitzer, Wasserbetten, Aquarien oder Terrarien mit entsprechenden Heizungen oder Wärmelampen.

 

Mein Tipp bei Zahlungsproblemen: REDEN

Ich kann daher nur jedem empfehlen: sollten Zahlungsprobleme auftauchen, dann sofort mit dem Energieversorger sprechen und eine gemeinsame Lösung suchen! Nicht erst abwarten, ob es besser wird – sofort anrufen oder in der Filiale vorbei gehen und reden. In den meisten Fällen kann man hier etwas unternehmen, einen günstigen Tarif wählen usw.

Weiterhin kann man bei hohen Rechnungen nach Ratenzahlungen fragen. Jedoch gillt auch hier: sofort nach Rechnungserhalt den Energieversorger ansprechen und nicht erst Wochen oder Monate warten!

 

Vorsicht Falle: JobCenter / Agentur für Arbeit zahlt Energiekosten

Viele Menschen lassen ihre Energiekosten durch das JobCenter oder die Agentur für Arbeit zahlen. Auf der einen Seite ist dies bequem – ja …. ja, aber: meine Erfahrung hat gezeigt, dass diese Stellen häufig zu spät zahlen, nicht den richtigen Betrag oder unter Angabe völlig falscher bzw. veralteter Kundennummern. Aus diesem Grunde empfehle ich ausdrücklich: sollte man Zuschüsse für Energiekosten bekommen, dann sollte man selber diese Gelder an den Energieversorger überweisen, denn nur so ist sicher gestellt, dass man bei Fehlern die Schuld nicht bei anderen suchen muss. Zudem ist aus Sicht der Energieanbieter nicht das JobCenter oder die Agentur für Arbeit der Endkunde, sondern man selber. Jeder Energiekunde ist für die vollständige und fristgerechte Bezahlung seiner Kosten eigenverantwortlich – auch dann, wenn das Amt die Kosten überweist.

 

Update 04.03.2017:

Erneut fordert eine Bundestagsabgeordnete der Linken diesen Stopp, als Resultat aus einer Anfrage, wie viele Stromanschlüsse 2016 gesperrt worden seien, daher ist auch dieser Artikel lesenswert. Ich bleibe jedoch bei meiner Meinung: hier lebt die Partei die Linke auf einem völlig falschen Planeten … ein solches gesetzliches Verbot ist völliger Quatsch!

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