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Spruch des Moments

Grüner Strom? Gelber Strom? Ökostrom? Das Stromsee-Modell als Annimation

Drehstromzähler / by Tim Reckmann / pixelio.de

Drehstromzähler / by Tim Reckmann / pixelio.de

In der Energiewirtschaft ist das Thema “erneuerbare Energien” aktueller denn je. Viele Privat- und Geschäftskunden werden mit Ökotarifen geworben und versprochen, wir liefern ab sofort “grünen Ökostrom” … also glauben viele Kunden: der Strom, der durch meine Leitungen fließt und mit dem ich gerade in der Mikrowelle mein Essen aufwärme, wäre 100% atomstrom-frei.

 

Das ist Unsinn hoch 10!

Solange weltweit bzw. am nationalen Stromnetz auch nur noch ein Atomkraftwerk oder ein Braunkohlekraftwerk am Stromnetz hängt, solange kann keiner sagen, er/sie hätte Ökostrom (mit einer Ausnahme: man verwendet den Strom, der durch die Solaranlage auf dem Hausdach produziert ist).

Damit dies verständlich wird, muss man folgendes wissen:

  • Versorger wie die Stadtwerke oder Versorger XYZ kaufen ihren Strom an der Strombörse Leipzig ein.
    Dort wird Strom in großen Mengen gehandelt. Produzenten bieten hier die Waren Strom zu einem Preis XYZ an. Versorger haben dort ihre Einkäufer vor Ort, die in einem möglichst guten Augenblick Strompakete für einen geringen Preis einkaufen. Mit einem entsprechendem Aufschlag wird der Strom dann an die eigenen Kunden weiterverkauft.
  • Die Stromerzeuger (z.B. Betreiber von Windparks, Solaranlagen oder Wasserkraftwerken – oder auch Atomkraftwerkbetreiber) speisen ihren Strom in das Stromnetz ein, die europäischen Stromnetze sind hier zusammengeschlossen. Bildlich gesprochen kann man sich diesen Zusammenschluss als Stromsee vorstellen.
  • Private Haushalte oder Gewerbetreibende entnehmen nun über die Stromleitung Strom aus dem Stromseee – heißt hier fließt Strom ab.
  • Beispiel: Da in der Regel kein privater Haushalt in Münster (der Ökostrom bezieht) ein eigenes direktes Stromkabel vom Windkraftwerk auf der Nordsee liegen hat, kann man auch nicht sagen: “Durch meine Leitungen fließt nur Ökostrom!”
  • Wer einen Ökostromtarif bei seinem Anbieter bucht, hat immer immerimmer einen Strommix durch seine Leitungen fließen – also auch immer Strom aus Braunkohletagebaus oder Atomkraftwerken!
  • Der Stromlieferant verpflichtet sich lediglich im Gegenzug, Strom bei einem Ökostrom-Produzenten einzukaufen, der dann in das globale Stromnetz (oder den Stromsee) fließt. Das heißt jedoch auch: je mehr Anbieter bei Ökostrom-Produzenten einkaufen, desto größer wird der Anteil an Ökostrom im gesamten Stromnetz.

 

Meine Meinung:

Mir ist es aktuell noch egal, welcher Strom durch meine Leitung fließt. Ich kann persönlich nicht beeinflussen, ob ein Kohle- oder Atomkraftwerk irgendwo in Frankreich oder wo auch immer noch am Stromnetz hängt. Daher achte ich bei der Wahl eines Stromanbieters hauptsächlich auf den Preis und auf die Seriösität … und nicht, ob ich grünen oder gelben Strom in der Leitung habe – was ja eh quatsch ist – Strom hat keine Farbe, wenn er durch die Stromleitungen fließt!

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