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Gelbe Karte für Google

Kartellwächter und Datenschützer kritisieren -DoubleClick-

Googles Expansionsgelüste stoßen in der EU auf Widerstand. Die EU-Kommission prüft, ob die geplante �bernahme des US-Werbevermarkters DoubleClick zu Verwerfungen auf dem führen könnte. Datenschützer fürchten um die Privatsphäre der Nutzer.

Gegenwind für : Beim Ringen um den hart umkämpften Markt für Internetwerbung hat der erfolgsverwöhnte Such- und Werbegigant aus , Kalifornien, einen herben Rückschlag erlitten. Im April dieses Jahres war bekannt geworden, dass tief in seine gut gefüllten Unternehmenskassen greifen werde, um die Online-Anzeigenfirma DoubleClick aufzukaufen. 3,1 Milliarden US- war den Managern des Suchkonzerns die �bernahme wert – kein Wunder.

Entscheidung auf April 2008 verschoben

ist weltweit Marktführer in Sachen Internetwerbung mit Textanzeigen. DoubleClick verdient sein Geld mit grafischen Werbeanzeigen und bietet seinen Kunden Dienste an, mit denen diese Anzeigen möglichst passgenau auf den einzelnen Surfer zugeschnitten werden können. Das New Yorker Unternehmen gilt als größter Anbieter in diesem Marktsegment. Mit der �bernahme von DoubleClick könnte seine Position auf dem äußerst lukrativen Markt für Online-Werbung erheblich ausbauen – zu Lasten von wie , AOL oder Yahoo.

Verbraucherschützer schlugen schon früh Alarm. Die geplante würde diejenigen Firmen zusammenführen, welche die Märkte für zwei Onlinewerbeformen – für Text- und grafische Werbung – dominieren, warnten sie in einem Brief an Neelie Kroes, oberste Wettbewerbshüterin der EU. werde nach dem Zusammenschluss mit DoubleClick eine Monopolstellung auf dem Markt für Online-Werbung erreichen und einen freien Wettbewerb unmöglich machen.

Die EU-Wettbewerbskommission hegt offenbar ähnliche Bedenken. Eine erste Prüfung der -DoubleClick- habe wettbewerbsrechtliche Bedenken geweckt, hieß es kürzlich aus Brüssel. Man befürchte Verwerfungen auf dem Markt für Online-Werbung und werde die Fusionspläne eingehend prüfen. Die eigentlich für den 13. November angekündigte Entscheidung der EU-Kommission wurde um rund vier Monate auf den 2. April nächsten Jahres verschoben.

Datenschützer haben schwere Bedenken

Die Fristverlängerung erlaube keinen Rückschluss auf das Untersuchungsergebnis, hieß es vorsorglich aus Brüssel. Die -Konkurrenz zeigt sich dennoch zufrieden. Es sei nötig, den geplanten Zusammenschluss gründlich zu untersuchen, kommentierte Toby Coppel laut New York Times die Fristverlängerung der europäischen Kartellwächter. Eric Schmidt, Vorstands-Chef bei , zeigte sich dagegen enttäuscht.

Man werde mit der Kommission zwar weiter zusammen arbeiten, um zu zeigen, dass die �bernahme Verlagen, Werbern und Verbrauchern zugute kommt, erklärte Schmidt. Gleichzeitig werde jedoch versuchen, weitere Verzögerungen zu vermeiden, die uns einen Wettbewerbsnachteil gegenüber , Yahoo, AOL und anderen bringen könnten.

Daten- und Verbraucherschützer sind mit der Fristverlängerung zufrieden. In ihrem Schreiben an EU-Kommissarin Neelie Kroes hatten sie bereits Ende Juni schwere datenschutzrechtliche Bedenken gegen den -DoubleClick-Deal vorgebracht. Durch den Zusammenschluss entstehe ein gigantischer Datenkrake, der auf bisher einmalige Weise das Surfverhalten der Mehrheit der Internetnutzer nachverfolgen, speichern und zu persönlichen Nutzerprofilen verarbeiten könne.

Datenkrake

Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für Schleswig-Holstein hegt ähnliche Bedenken. Derzeit müsse davon ausgegangen werden, dass und DoubleClick im Fall einer �bernahme ihre personenbezogenen Verbraucherdaten untereinander austauschen, schrieb Weichert in einem Brief an Kroes. In diesem Fall würde eine Fülle von Nutzerdaten zusammengefasst, die detaillierte Auswertungen und die Erstellung von individuellen Profilen ermöglicht, ohne dass die einzelnen betroffenen Internetnutzenden davon Kenntnis erlangen und ohne dass diese ihre Rechte geltend machen können.

Kritik an der geplanten kommt auch von Daten- und Verbraucherschützern aus den USA. Es werden immer mehr Informationen zusammengefügt, befürchtet Ari Schwartz vom US-amerikanischen Center for Democracy and Technology. Eines Tages haben sie dann die Möglichkeiten, diese Informationen alle miteinander zu verbinden. Dadurch entstehen gigantische Gefahren für den .

Tatsächlich wäre es für problemlos möglich, die eigenen Datenbanken mit denen von DoubleClick zu kombinieren. Auf diesem Wege könnte der Suchmaschinengigant ermitteln, wonach jemand sucht, welche Seiten er aufruft, welche Filme er sich etwa auf dem zu gehörenden Videoportal YouTube anschaut und welche Werbung er auf welchen Seiten anklickt.

bleibt außen vor

Hier werden zwei sehr große Werbenetzwerke miteinander verbunden, sagt Kurt Opsahl von der US-Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation. Die riesigen Datenbestände könnten zum Ziel von kriminellen Hackern oder übereifrigen Regierungsermittlern werden, befürchtet Opsahl. behaupte zwar immer wieder, dass man nicht beabsichtige, die Datenbanken beider Unternehmen zusammenzulegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass solche Pläne zu einem späteren Zeitpunkt nicht doch ausgearbeitet werden.

Ich möchte Sie bitten, diese datenschutzrechtlichen Erwägungen im Rahmen des laufenden Wettbewerbsverfahrens im Interesse der -Nutzenden in der Europäischen Union umfassend zu berücksichtigen, schreibt Thilo Weichert in seinem Brief an Wettbewerbskommissarin Kroes. Es ist jedoch fraglich, ob die massiven Bedenken der Verbraucher- und Datenschützer in Brüssel tatsächlich auf fruchtbaren Boden fallen.

Ein Sprecher der Wettbewerbskommission dämpfte erst kürzlich die Erwartungen. Nach dem Gesetz könne die Kommission nur die wettbewerbsrechtlichen Auswirkungen der -DoubleClick- berücksichtigen. Datenschutzbedenken bleiben außen vor.

Quelle: http://www.heute.de

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