Studie: Nachlässigkeiten gefährden Unternehmen
Unter den Arbeitnehmern in deutschen Unternehmen herrscht einer aktuellen Umfrage zufolge ein leichtfertiger Umgang mit Passwörtern. Knapp die Hälfte der befragten Beschäftigten habe schon einmal eines seiner Passwörter anderen Kollegen oder Mitarbeitern mitgeteilt, teilte die meetBIZ-Research & Denkfabrik GmbH am Mittwoch mit. 15 Prozent der Beschäftigten plauderten ihre Passwörter sogar wiederholt aus.
Gefahr für Firmen
Durch den laxen Umgang mit Passwörtern werden die Beschäftigten selbst zum Sicherheitsrisiko für die Unternehmen, meint Wilfried Heinrich, Geschäftsführer der Agentur. Sie geben damit Unbefugten Einblick in Computersysteme und eröffnen so die Möglichkeit für Datendiebstahl. Unter den Befragten waren 44 Prozent der Ansicht, dass ihre Passwörter absolut sicher seien. Fast jeder fünfte Mitarbeiter wähle jedoch eine so einfache Kombination, dass sich der Zugangscode selbst nach eigener Einschätzung leicht erraten lasse.
Experten: Daten gegen Zugriff sichern
Vertrauliche Daten sollten besser nicht auf Rechnern mit Internet-Zugang gespeichert werden. Ist dies nicht möglich, sollten sie zumindest gegen den Zugriff von Fremden gesichert werden. Der Test einer Computerzeitschrift zeigte nämlich, dass eine Google-Suche nach den Stichworten confidential oder for internal use only mehr als 19.000 Treffer ergab. Bei anderen großen Suchmaschinen gibt es teilweise noch mehr Treffer – so nahezu 27.000 bei MSN und fast 33.000 bei Yahoo. Auch im deutschsprachigen Web gelangen vertrauliche Informationen ins Netz. Die Google-Suche mit der Eingabe nur zum internen Gebrauch bringt gleich unter den ersten Treffern komplette Adress- und Preislisten sowie interne Studien und Präsentationen auf den Bildschirm.
In immer kürzeren Intervallen schwappen E-Mails aus neuen Phishing-Wellen in die Mailboxen von Internet-Nutzern. Die aktuelle Welle an gefälschten E-Mails, die leichtgläubigen Anwendern PINs und TANs abnehmen will, gibt vor, von der Stadtsparkasse München zu stammen.
Im bislang größten Betrugsfall der nigerianischen Geschichte gab es die erste Verurteilung wegen E-Mail-Betrugs nach der Einführung der Economic and Financial Crimes Comission (EFCC) in Nigeria Ende 2003.
Zusammen mit ihrem Mann und einem weiteren Mitstreiter hat die Nigerianerin Amaka Anajemba die brasilianische Banco Noroeste um rund 242 Millionen US-Dollar erleichtert, heißt es in Medienberichten. Mit dem Geld sollte angeblich ein Flugplatz in Nigerias Hauptstadt Abuja gebaut werden. Da sich Amaka Anajemba im Gegensatz zu den beiden anderen Angeklagten für schuldig bekannt hat, erhielt sie eine relativ kurze Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren. Davon muss sie jedoch nur noch ein Jahr absitzen, da sie seit Januar 2004 in Untersuchungshaft ist. Weiterhin muss sie den Berichten zufolge zwischen 45 und 48,5 Millionen US-Dollar an die Bank zurückzahlen, 5 Millionen US-Dollar an die Regierung Nigerias übergeben und eine Strafe von 15.000 US-Dollar zahlen.
Das organisierte Verbrechen hat das Internet entdeckt
Betrug, Erpressung, Diebstahl – die Kriminalität im Internet hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Kleinkriminelle versuchen im Netz ihr Glück. Aber auch das organisierte Verbrechen nutzt die High-Tech-Waffen, die das Internet zu bieten hat. Das nötige Fachwissen besorgen sich die Kriminellen auf einem Schwarzen Markt im Internet. Hier bieten Hacker und IT-Fachleute ihr Wissen gegen Bares an. Manche Geschäftsleute lassen sich viel einfallen, um besser als die Konkurrenz zu sein. Sie werben mit Schnäppchenpreisen, optimalem Service oder bester Qualität. Schwarze Schafe schlugen früher bei der Konkurrenz die Scheiben ein, ließen Feuer legen oder Mobiliar zertrümmern. Heute leisten sie sich einen Hacker. Der bietet seine Künste gegen Bares an. Im letzten Jahr haben wir einen dramatischen Anstieg beim Hacken gegen Geld festgestellt, weiß Oliver Friedrichs von der Antivirenfirma Symantec. Hackern und Schadprogrammschreibern ginge es nicht mehr darum, sich in ihrer Szene einen Namen zu machen. Sie hätten immer öfter nur das Ziel, ihre Fähigkeiten in bare Münze umzusetzen. Hacking-Methoden und Schadprogramme werden immer häufiger zu kriminellen Zwecken eingesetzt – nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen.
Geschrieben am Juli 18, 2005 | Kategorie
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